Europe Day 2023 - Man and machine

Europatag im Haus der Digitalisierung in Tulln im Zeichen der Künstlichen Intelligenz
LH Mikl-Leitner: „Digitalisierung ist in allen Lebensbereichen angekommen“

Im Haus der Digitalisierung in Tulln wurde heute, Montag, der Europatag unter dem Motto „Mensch und Maschine – Welche Kompetenzen brauchen wir“ begangen. Dabei sprachen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker, Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk und „Haus der Digitalisierung“-Geschäftsführer Claus Zeppelzauer vor rund 200 Schülerinnen und Schülern über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Weiters zeichneten sie auch die Sieger des Schulwettbewerbs „Arbeitswelt der Zukunft“ aus. Organisiert wurde der Tag vom Europa-Forum Wachau sowie Europe Direkt Niederösterreich.

Der Europatag sei ein ganz wichtiger Tag, an dem man sich vor Augen führen solle, was Europa bedeute und die Europäische Union bringe, unterstrich die Landeshauptfrau und meinte, sie habe „einige Schritte der Europäischen Union miterlebt. Vom Fall des Eisernen Vorhanges 1989, dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und dann die Erweiterung in unseren Nachbarländern.“ Sie habe bereits während ihrer Schulzeit in Laa/Thaya erlebt, wie es ist, am Eisernen Vorhang zu leben. Damals habe es noch keine Universitäten und Fachhochschulen in Niederösterreich gegeben und ihre Heimatregion sei eine Auspendler-Region gewesen. „Die EU hat uns in Niederösterreich vieles an Gutem gebracht. Wir haben heute eine Fachhochschul- und universitäre Landschaft, eine Wissenschaftsachse, wir haben heute Grenzregionen, die zum Blühen gebracht worden sind“, so die Landeshauptfrau weiters, die unterstrich, dass man gemeinsam an der Europäischen Union arbeiten müsse: „Denn die Zukunft kann nur funktionieren, wenn man an der EU festhält und aus ihr Mehrwert generiert. Europa ist unsere Zukunft.“

Zu den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz hielt die Landeshauptfrau fest, dass diese „in all unseren Lebensbereichen angekommen ist. Unser Leben wäre ohne Digitalisierung und KI nicht mehr vorstellbar.“ Vor allem im Hinblick auf die Arbeitswelt sei Künstliche Intelligenz von enormer Bedeutung. „Die Wirtschaftswelt muss sich darauf einstellen. Ja, viele Berufe wird es nicht mehr geben, aber es werden viele neue Berufe entstehen.“ Das Haus der Digitalisierung sei dahingehend die Plattform zwischen Wissenschaft, Forschung, Unternehmertum und Bildung. Das heurige „Europäische Jahr der Kompetenzen“ sei laut der Landeshauptfrau „das richtige Motto und wichtig für die Zukunft. Gerade Kompetenzen entscheiden über Erfolg und Misserfolg. Lebenslanges Lernen begleitet uns alle.“ Digitale Kompetenz sei wichtig und notwendig, um wettbewerbsfähig zu sein.

Wirtschaftskammer NÖ Präsident Wolfgang Ecker zeigte sich überzeugt, dass Künstliche Intelligenz nicht aufzuhalten sei. In der Wirtschaft erkenne er einen „Riesenschub in diese Richtung – von einfachen Hilfeleistungen bis hin zu hochkomplizierten Aufgaben.“ Dennoch brauche kein Mensch Angst haben, dass er auf der Strecke bliebe: „Alleine durch den Facharbeitermangel muss Digitalisierung noch stärker Einzug halten“, so Ecker, der überzeugt ist, „dass wir in allen Bereichen noch viel Luft nach oben haben. Es wird nicht genügen, einen Laptop zu haben, sondern wir werden intensiv weiterarbeiten müssen, um Kompetenzen auszubauen. Ohne Wissen und Verständnis wird es nicht gehen.“

Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk sah einen „besonderen Auftrag“, den seine Stadt als Standortgemeinde des Hauses der Digitalisierung habe. „Tulln ist die Gartenstadt Österreichs, wir versuchen durch Digitalisierung unter anderem in unser Grünraummanagement einzugreifen, aber auch im Standesamt sind die Akten digitalisiert. Es gibt eine Vielzahl an Aktivitäten, die zum Nutzen der Menschen umgesetzt werden.“ Für ihn sei es darüber hinaus wichtig, die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich mitzunehmen, zu informieren und zu schulen.

Seit 16. Jänner dieses Jahres habe das Haus der Digitalisierung den Publikumsbetrieb gestartet, wie Geschäftsführer Claus Zeppelzauer sagte: „Unsere Mission ist es, aufzuklären.“ Das geschehe einerseits durch die virtuelle Plattform, andererseits durch das Haus der Digitalisierung als „Herzkammer sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten.“ Das Haus sei „kein Museum, hier wird die Entwicklung von Mensch und Maschine auf sechs Stationen interaktiv nähergebracht.“

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurde ein Wettbewerb am Schulen gestartet, der das Ziel hatte, Inspirationen aus den Ideen der Jugend zum Thema „Mensch und Maschine“ zu schöpfen. In zahlreichen Beiträgen erklärten Jugendliche, wie sie sich den digitalen Wandel und die Arbeitswelt von morgen vorstellen. Die ersten drei Plätze wurden mit jeweils 200 Euro regionalen Shopping-Gutscheinen prämiert. Gewonnen hat das „Interview mit Dr. Zweistein“ von Schülerinnen und Schülern des BG Neunkirchen vor dem Projekt „HAKATAR“ von Schülerinnen und Schülern der HAK Amstetten und der „Schule in 2050“ von Schülerinnen und Schülern des SZ Gmünd. Alle Beiträge sind nachzusehen unter: https://www.europaforum.at/veranstaltungen/europatag-2023-mensch-und-maschine/

Vernetzt wurden im Rahmen eines anschließenden Stationenbetriebs die Schülerinnen und Schüler mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Hochschulwesen. Dabei waren die BOKU Tulln, die FH St. Pölten, die Karl Landsteiner Universität, die Universität für Weiterbildung in Krems, die Wirtschaftskammer Niederösterreich und die Jugendinfo Niederösterreich vertreten.

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